“Wie gehe ich mit diesen Daten um?”, lautet die alles entscheidende Frage, über die sich CIOs tagtäglich den Kopf zerbrechen. Schließlich dreht es sich längst nicht mehr nur darum, die Informationen irgendwo abzulegen. Denn in den gigantischen Datenbergen schlummern wertvolle Informationen, die, richtig aufbereitet, einen wertvollen Beitrag für das eigene Geschäft leisten können. Doch davon sind die meisten Unternehmen weit entfernt.
Bevor das ECM-Vorhaben beginnt, müssen sich die Verantwortlichen darüber klar werden, welche Anforderungen erfüllt und welche Ziele mit dem System erreicht werden sollen. Das klingt banal, ist jedoch meist alles andere als trivial.
Prof. Leisenberg ist Mitglied des Expertenrates ECM der COMPUTERWOCHE. Einige Ergebnisse seiner Arbeit wurden kürzlich veröffentlicht.
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Kunden erzeugen in Web 2.0- Anwendungen Feedback als „Customer Created Content“. Das gilt nicht nur für soziale Netze, sondern z.B. auch für Weblogs, Foto- oder Videoportale, die sich daher ebenfalls zur effizienten Informationsgewinnung für die Markt- und Wettbewerbsanalyse eignen. Corporate Blogs beispielsweise lassen sich zweckmäßig einsetzen, um Produkte oder Dienstleistungen noch vor ihrer Markteinführung zu prüfen oder eine Übersicht adäquater Kundenmeinungen zu ermitteln.
Auch Videoportale, wie YouTube, bieten vielfältige Möglichkeiten: Infotainment kann gezielt platziert werden um Nutzerreaktionen zu provozieren, die von speziellen Analysewerkzeugen automatisiert verfolgt werden können. Zudem werden häufig kritische Filmbeiträge eingestellt, die darauf hinweisen, wie Produkte einschätzt oder welche zusätzlichen Eigenschaften erwartet werden. So können Kundenwünsche und –anregungen zielgruppengenau ermittelt werden. Die effektive Einbindung des Kunden in Produktentwicklung und Marketing wird dadurch möglich.
Ähnliche Möglichkeiten bieten Foto- Communities, wenn Kunden dort ihre Erfahrungen mit Produkten bildlich dokumentieren.
Kommt es darauf an, einzelne Marksegmente zu untersuchen, bieten sich spezialisierte Netzwerke an: So lassen sich z.B. über das Musikportal Last.fm Interessenprofile sowie genre- und lifestylespezifische Hitlisten ermitteln, deren Kenntnis nicht nur für die Vermarktung von Musik Bedeutung hat.
Immer häufiger nutzen Unternehmen soziale Netzwerke und andere WEB2.0- Anwendungen als Verkaufs- und Marktforschungsinstrument. Nicht allein die Bielefelder SYNAXON AG versucht wertvolle Marktinformationen und Produktanregungen zu erhalten, indem sie auf dem Portal pcspezialist.de/ Fragen der digitalen Welt mit potentiellen Kunden diskutiert. Das dahinter liegende Social Network ermöglicht es, Expertenwissen zu erfassen und ganz nebenbei erhält das Unternehmen im Dialog mit den Kunden wertvolle Informationen über deren Wünsche und Anforderungen.
Aus dieser Entwicklung ergeben sich vielfältige Chancen, mit dem Verbraucher direkt ins Gespräch zu kommen. Es kommt für Marktforscher darauf an, diese Möglichkeit, authentische Informationen kostengünstig und direkt zu beschaffen, effizient auszunutzen. Nach deren Analyse können Rückschlüsse auf Reputation von Produkten, das Außenbild des Unternehmens und die Positionierung des Wettbewerbs gezogen werden.
“Gerade im Unternehmen nehmen sie eine wichtige Rolle in der Zusammenarbeit ein: Mitarbeiter können sich optimal vernetzen und Wissen unkompliziert austauschen. Innovative Web 2.0-Anwendungen fördern bei Cisco beispielsweise eine Unternehmenskultur, die darauf abzielt, Wissen und Erfolge zu teilen. Individuell angepasste Wiki- und Blog-Plattformen bieten den dafür notwendigen Freiraum und setzen die Kreativität von Menschen in Social Business Networks frei.
Wegschauen hilft nicht
„Firmen können das Web 2.0 ignorieren, aber das Web 2.0 ignoriert die Unternehmen noch lange nicht“, sagt Prof. Dr. Manfred Leisenberg. „Bevor ein Unternehmen jedoch darüber nachdenkt, Web 2.0 für sich zu nutzen, muss untersucht werden, ob das Unternehmen überhaupt für Social Media Applikationen bereit ist. Das ist vor allem eine Frage der Unternehmenskultur.“
Warum ist Social Media für Unternehmen heute so wichtig? Welche Grundsätze müssen in die Unternehmensrichtlinien einfließen? Und welche Lösungen bieten sich für Unternehmen an? Diese und weiter Aspekte diskutieren Prof. Dr. Manfred Leisenberg, Professor für Wirtschaftsinformatik an der privaten Fachhochschule des Mittelstands in Bielefeld und Autor des Ratgebers „Web 2.0 im Unternehmen“, und Ernst Engelmann, Business Development Manager Collaboration bei Cisco, im aktuellen Cisco IT Podcast gemeinsam mit dem Moderator Wolfgang Rudolph.”
Dieser Text erschien bei Telekom-presse.at