Posts tagged mit ‘Julian Assange’

Wie funktioniert “Operation Payback”?

Verfasst am 16. Dezember 2010 under Allgemein by Gastautor w2u

Die “Operation Payback” ist Teil der “Operation Avange Assange”. Letztere ruft zum digitalen Widerstand gegen das Vorgehen gegen WikiLeaks auf. Unterzeichner des Aufrufs ist die Gruppe “Anonymous”. WikiLeaks bestreitet allerdings jegliche Verbindung zu dieser Gruppe. Mit der Operation Payback will man sich an Konzernen rächen, die WikiLeaks im Handeln behindern bzw.
Unterstützung versagen, z.B. Amazon, Every DNS, Visa und
Mastercard. Ziel ist es, die Websiten der betreffenden
Firmen durch sogenannte DoS-Attacken lahmzulegen.
Das funktionert folgendermaßen: Anonymous stellt die
Software Low Orbit Ion Cannon (LOIC) zum Download für
WikiLeaks-Sympathisanten bereit. Ist das Schadprogramm erst
einmal auf dem Rechner installiert, kann es von Anonymous
von wechselnden Accounts aus ferngesteuert werden. Dadurch
entsteht ein riesiges Computernetz. Von den
zusammengeschlossenen Computern können nun simultan Anfragen
an eine Website der WikiLeaks-Gegner gestellt werden. Die
Firewall-Rechner der angegriffenen Seite kann nicht
unterscheiden, welches Datenpaket von einem Kunden kommt und
welche von einem Demonstrant. Die Folge: Irgendwann ist der
Server überlastet und verweigert den Dienst DoS, Denial of
Service. Die angegriffene Website kann nicht mehr aufgerufen
werden.

Autor: Jens Schüler, Peter Breit, Maximilian Nölle (Masterstudenten New Media Management, FHM)

Julian Assange: Enthüller oder Verräter – eine Person spaltet die Welt

Verfasst am 16. Dezember 2010 under Allgemein by Gastautor w2u

Julian Assange ist das Gesicht der Internetplattform WikiLeaks. Er gilt als Gründer und tritt als alleiniger Sprecher auf, was ihn zur Zielscheibe von Regierung und Medien macht. Sein Prinzip ist die unbedingte Informationsfreiheit und er lehnt jede Form von Zensur ab. Assange hat durch seine Arbeit die Debatte über den Datenschutz neu entfacht und die Welt gespalten: Einige feiern ihn als Freiheitskämpfer und die anderen stufen ihn als “hochgefährlich” ein.

Der politische Aktivist und Journalist Julian Assange wurde 1971 in Queensland, Australien geboren und studierte Physik und Mathematik an der University of Melbourne. Schon in jungen Jahren führte er unter dem Pseudonym „Mendax“ erste Hacker-Angriffe durch. Assange wurde damals in 24 Fällen angeklagt und für schuldig befunden.
Seit 2006 ist Julian Assange für Wikileaks aktiv und unterstützt das Unternehmen unentgeltich. Er wurde aufgrund seiner Arbeit bei dem „Enthüllungsportal“ mehrmals angeklagt – allerdings erfolglos. In diesem Jahr gelang WikiLeaks der bisher größte Coup und die Plattform erhielt über Nacht eine besonders hohe Aufmerksamkeit durch Medien und Behörden. Der Grund war die Veröffentlichung von 92.000 geheimen Dokumenten der NATO. Julian Assange wurde als WikiLeaks-Sprecher zu einem der meistgesuchten Menschen der Welt. Doch nicht nur die amerikanische Regierung will Assange im Gefängnis sehen, sondern auch die schwedische Polizei suchte ihn wegen eines Sexualdelikts. Assange selber vermutet hinter der Anklage eine Kampagne der US-Regierung, um ihn mundtot zu machen. Nach wochenlangen Ermittlungen stellte sich Assange Anfang Dezember in London und wurde festgenommen. Das Gericht in London hat inzwischen einer Freilassung gegen eine Kaution in Höhe von insgesamt 240.000 Pfund zugestimmt. Doch die schwedische Justiz hat Berufung gegen die Freilassung eingelegt und fordert die Auslieferung ins eigene Land. Über den Antrag wird in den nächsten Tagen entschieden, solange bleibt Assange mindestens noch in Haft.
Fraglich ist, ob Julian Assange dem Medienrummel und den Anklagen standhält und sein Ziel weiterverfolgt. Oder ob er WikiLeaks den Rücken kehrt und seine Mission der kompromisslosen Informationsfreiheit aufgibt.

Autor: Natalie Engelhardt, Larissa Velte (Masterstudenten New Media Management, FHM)