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Schwarmintelligenz zunehmend als Phänomen in Social Media zu beobachten
Ameisen tun es, Zugvögel tun es und Social Media User tun es auch: Sie nutzen die Intelligenz der Gruppe. Denn gemeinsam ist man immer klüger. Das Phänomen der Schwarmintelligenz hat seinen Ursprung in der Natur. Der komplexe Staat der Ameisen ist hierfür ein Paradebeispiel: Eine einzelne Ameise ist allein gesehen nicht besonders klug, doch wird durch die Aufgabenverteilung im Schwarm erst nützlich. Besonders bei der Nahrungssuche wird die Schwarmintelligenz deutlich: Wenn eine Ameise eine gute Futterquelle gefunden hat, schließen sich weitere Ameisen diesem Weg an, wodurch der Weg markiert wird. Das führt zu einer auch für den Menschen sichtbaren Ameisenstraße. Genauso verhalten sich auch die Bienen bei ihrer Blütenstaubsuche. Wie schon Markus Aurelius gesagt hat „Was nicht gut für den Schwarm ist, ist nicht gut für die Biene“.
Ähnliches gilt auch für den User. Social Media Foren wie Twitter, Facebook oder MySpace sind Meinungsmultiplikatoren: Videos, Fotos sowie Inhalte werden geliked, geteilt und so über das komplette Internet verstreut. Auf der Internetplattform digg.com können angemeldete User Inhalte, die sie für interessant halten, teilen. Umso mehr „diggs“ (Klicks) ein Link bekommt, desto höher steigt er in der Popularitätsskala. Die Meinung eines einzelnen wird zur Meinung des Kollektivs. Doch hat das wirklich was mit Schwarmintelligenz zu tun?
Ein Experiment von Francis Galton zeigte schon 1906, dass die Massenintelligenz über die Intelligenz des Einzelnen siegt. Bei einem Ochsen-Schätz-Wettbewerb wurden 787 Personen nach dem Schlachtgewicht eines Ochsen gefragt. Galton wertete die Ergebnisse statistisch aus und musste erstaunt feststellen, dass der Mittelwert aller Schätzungen dem wahren Gewicht nur um 0,8 Prozent abwich. Er nannte seine Erkenntnis „vox populi“: Stimme des Volkes.
Noch heute bestimmt die Stimme des Volkes: der User entscheidet, was gelesen wird, welche Portale im Internet vorne liegen und welche Youtube-Videos an Popularität gewinnen. Doch Intelligenz wird dadurch nicht vermittelt, sondern viel mehr der Geschmack von Einigen zum Geschmack des Schwarms. Wir teilen nicht die Intelligenz, aber wir teilen den Geschmack!
Hörprobe
Was hat das Web 2.0 mit Woodstock und den “Achtundsechzigern” zu tun? Dieser Frage geht Prof. Leisenberg seit Jahren in der Forschung nach: Flower-Power im sozialen Internet?
Aber auch: Warum trifft die soziale Vernetzung von Kunden und Mitarbeitern jetzt auch Großkonzerne, die darauf nie vorbereitet waren, mit voller Wucht? Wieso dürfen “selbst ernannte wohlmeinende Diktatoren auf Lebenszeit” ausgerechnet in der digitalen Avantgarde der Unternehmen den Ton angeben? Welche Erfahrungen hat ein Mittelständler gemacht, der die Anwendung der Web-2.0-Tools schon seit sechs Jahren auf die Spitze treibt? Das sind weitere Themen, die Frank Roebers und Manfred Leisenberg in Ihrem letzten Buch “Web 2.0 für Unternehmen” behandeln.
Der Hamburger Journalist Oliver Driesen hat nun im Auftrag der Bertelsmann- Stiftung gemeinsam mit Frank Roebers und Prof. Leisenberg die Grundaussagen des Standardwerkes “Web 2.0 für Unternehmen”, zum Teil in Form von Interviews in ein bemerkenswertes Hörbuch umgesetzt. Zusätzlich Unterstützung kam von den Studierenden der Business Summer School der Bertelsmann Stiftung.
Das Ergebnis kann sich hören lassen: Eine sehr gut gelungene Zusammenfassung der wichtigsten Möglichkeiten und Ziele von Enterprise 2.0, angereichert durch ausgezeichnet dokumentierte Praxisbeispiele. Zudem nimmt die Auseinandersetzung mit der These, dass das Web 2.0 seine Wurzeln in der 68er Counterculture hat breiten Raum ein.
Liz Mohn schreibt in Ihrem Vorwort zum Hörbuch: “…Meinungen zu Chancen und Risiken neuer Technologien sind und bleiben naturgemaeß gespalten – das war in der Vergangenheit so und wird auch in der Zukunft so sein. Trotzdem sind viele der Entwicklungen unumkehrbar. Tatsache ist, dass sich diese Welt in der Menschen heute leben und arbeiten, bereits verändert hat. Die Beispiele im Hörbuch zeugen davon, in welchem Umfang und mit welchen Optionen neue Technologien genutzt werden können. Sie zeigen auf, dass Einführung und Umsetzung einen verantwortungsvollen Umgang auf allen Ebenen brauchen. Zu recht wird auch darauf verwiesen, dass mit den Social Media neue Macht- und Kontrollverhältnisse Einzug in Wirtschaft und Gesellschaft halten.”

“Wie gehe ich mit diesen Daten um?”, lautet die alles entscheidende Frage, über die sich CIOs tagtäglich den Kopf zerbrechen. Schließlich dreht es sich längst nicht mehr nur darum, die Informationen irgendwo abzulegen. Denn in den gigantischen Datenbergen schlummern wertvolle Informationen, die, richtig aufbereitet, einen wertvollen Beitrag für das eigene Geschäft leisten können. Doch davon sind die meisten Unternehmen weit entfernt.
Bevor das ECM-Vorhaben beginnt, müssen sich die Verantwortlichen darüber klar werden, welche Anforderungen erfüllt und welche Ziele mit dem System erreicht werden sollen. Das klingt banal, ist jedoch meist alles andere als trivial.
Prof. Leisenberg ist Mitglied des Expertenrates ECM der COMPUTERWOCHE. Einige Ergebnisse seiner Arbeit wurden kürzlich veröffentlicht.
Lesen Sie den Beitrag der COMPUTERWOCHE hier.
Den Zusammenhang zwischen der 68er Gegenkultur und Web 2.0 bzw. Social Media habe ich bereits im Buch “Web 2.0 für Unternehmen” von Frank Roebers und mir darzustellen versucht:
“….Dennoch kann man einerseits davon ausgehen, dass allein wegen des ….. historischen Hintergrundes ein großer Anteil der gegenwärtigen Führungskräfte mittleren Alters mit den tragenden Prinzipien des sozialen Web vertraut ist. Mancher wird vielleicht intuitiv in der Transparenz von Wikis oder Blogs frühere Forderungen nach mehr Durchlässigkeit und Demokratie in den Medien erkennen. Damit sollten andererseits gute Voraussetzungen dafür gegeben sein, dass die betreffenden Führungskräfte, angereizt die durch den erforderlichen betrieblichen Einsatz von Social Software, die notwenigen Veränderungen in der Unternehmenskultur vorantreiben. Manche Senior Manager sind in der Gedankenwelt der Gegenkultur aufgewachsen. Es sollte ihnen leichtfallen, diese Ideen zu reaktivieren, kritisch zu spiegeln und effizient für den Aufbau von Enterprise 2.0 zu nutzen. Als Zusatzeffekt würde damit auch eine virtuelle, aber dennoch tragfähige Brücke zwischen den Generationen der Digital Immigrants und der Digital Natives geschlagen. „Führungskräfte sind in Zukunft Sinnstifter und Vernetzer“ im Enterprise 2.0. Die Nutzung und Weiterführung von verwertbaren Traditionen aus der Gegenkultur und der revolutionären Studentenrevolte wird diesen Prozess unterstützen….”
Gemeinsam mit Mario Unger von Radio Gütersloh habe ich vor einiger Zeit versucht, das Thema in einem Podcast akustisch umzusetzen. Die Weihnachtszeit gibt mir den Anlass, den Podcast in mehreren Teilen meinen Blog-Lesern zur Verfügung zu stellen. Allerdings musste ich leider – aus lizenzrechtlichen Gründen – die Musik herausnehmen.
Viel Spass mit den Poscasts …..
der übrigens kurz vor dem viel zu frühen Tod von Steve Jobs produziert wurden.
Hier die Links:
Web 2.0 und Counterculture – Podcast Teil 1
Web 2.0 und Counterculture – Podcast Teil 2
Operation-Comeback: Guttenberg als Internetbeauftragter nun für Meinungsfreiheit im Netz
Guttenberg, Klappe die Zweite: ‘Vorerst gescheitert’ steht der Freiherr zu Guttenberg nun erneut auf der medialen Bühne. Als Kommissar für die EU soll er als Internetbeauftragter tätig sein. Seine Aufgabe: Menschenrechtsaktivisten in autoritär geführten Staaten eine Plattform bieten, um sich ohne Zensur und Gefahr von Sanktionen zu äußern.
Vorgeschlagen hat ihn die neue EU-Kommisarin für Digitales Neelie Kroes. Neelie who? Auch Medieninsidern ist dieser Name vollkommen unbekannt. Das Argument der Unbekannten für die Qualifikation der Stelle Guttenbergs: Er hätte ‘zwei Ministerien geführt, die für dieses Thema relevant sind’. Fraglich ob diese Schnittstellen für seine neue Position überhaupt relevant sind. Eine Bezahlung für die Stelle gibt es für Guttenbergs Beratertätigkeit nicht – Mitarbeiter fehlen.
Ein Friedensangebot an das World Wide Web? Schließlich deckten Internetaktivisten erst die Copy-and-Paste Affäre des gefallenen CSU-Ministers auf; jetzt setzt er sich gerade für die Meinungsfreiheit im Internet ein. Ein Paradoxon! Von der Macht des Internets geschlagen will Karl-Theodor diese nun weiter ausbauen. Wenn Feinde zu Freunden werden?!
Die Publizistin Gertrud Höhler sieht das anders. ‘Guttenberg hat immer nur Auswege gesucht, um herum zu kommen, zu sagen: Ich bin ein Blender.’ Die Tätigkeit in der EU-Kommission ist laut Höhler nur eine weitere Möglichkeit, um möglichst positiv im Fokus der Öffentlichkeit zu bleiben. ‘Er nimmt jeden Job an – egal ob der stimmt oder nicht.’ Ungewiss ist, ob jemand zuvor dieses Amt bekleidet hat. Google hat darauf keine Antwort. Man munkelt: Hinter der Aktion stecken kluge Köpfe, die den Freiherr so wieder zurück in die Politik schleusen wollen. Ein skurriler Versuch, durch die Tür aus der er auf Grund seiner Copy-and-Paste Aktivitäten rausgeworfen wurde, wieder in das politische Leben einzutreten. Ob’s klappt hängt von seinem neuen Ghostwriter ab. Höchst gehandelte Anwärterin: Die EU-Kommisarin Neelie Kroes…